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| Kunstweltrekord in Regensburg: Am 22. Juli wird der Extremkünstler Michael WERNER in der Maximilianstraße in Regensburg einen Kunstweltrekord aufstellen. WERNER wird den Reifen eines Autos mit Farbe präparieren und anschließend über eine 1000 Meter lange, silberne Aluminiumfolie fahren. Die Kunstaktion ist Bestandteil der Milleniumsfeier des Freistaates Bayern in Regensburg "Fest der Bayern". 1951 klebte Robert RAUSCHENBERG 50 Blatt Papier aneinander. Den Papierstreifen legte er auf das Straßenpflaster der Fulton Street in Süd-Manhatten. Während RAUSCHENBERG einen Teil der Straße mit Tinte beschmierte, fuhr John CAGE mit einem PKW durch die Tinte und über das Papier. Am 22. Juli stellt der Extremkünstler Michael WERNER im Rahmen der Jahrtausendfeier "Fest der Bayern" in Regensburg einen Kunstweltrekord auf. Mit einem vom BMW Werk Regensburg zur Verfügung gestellten Auto fährt WERNER mit einem farbgetränkten Reifen auf eine 1000 Meter lange Aluminiumfolie. Damit übertrifft WERNER die bisherige Bestmarke von Robert RAUSCHENBERG aus dem Jahre 1951 um ein vielfaches. Die Kunstaktion findet um 17.00 Uhr in der nördlichen Maximiliansstraße -Regensburgs Prachtstraße - statt, die für diesen Zweck für den Autoverkehr gesperrt wird. WERNER ist Gründer einer neuen Kunstrichtung, dem Superlativismus. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, berühmte Künstler, entsprechend dem Motto unserer Leistungsgesellschaft "höher, schneller, weiter", zu übertreffen. Nach seiner Meinung hat ein Künstler, in einer Zeit, in der Höchstleistungen im Eieressen und Dominosteinbauen breite Beachtung finden, die Verpflichtung das gesellschaftliche Verlangen nach Längstem und Größtem zu befriedigen. WERNER legt größten Wert darauf, daß sein Projekt "Kunstweltrekord in Regensburg" ohne kreativen Anspruch ausgeführt wird. Ja, WERNER verweigert sich konsequent jeder Kreativität. Dies ist ihm so wichtig, da er eine Gesellschaft repräsentieren will, die, geprägt von stetig steigendem Medienkonsum und sinnentleerter Arbeit immer einförmiger wird. Ausgleichend suchen die Menschen in risikofreudigen, extremen Freizeitaktivitäten Erfolg und Anerkennung. Nicht schöpferisches Schaffen, sondern rekordsüchtiges, leistungsorientiertes Streben kennzeichnen unsere Gesellschaft und sind deshalb auch in WERNERS Werken tonangebend. WERNER will nicht kreativ sein, sondern nur besser als andere Künstler. RAUSCHENBERG (1951) hat zusammen mit John CAGE gearbeitet, um seine Monotypie herzustellen. Sie begannen damit 50 Blatt Papier aneinanderzukleben. Den Streifen legten sie auf das Straßenpflaster der Fulton Street in Süd-Manhatten. Während RAUSCHENBERG einen Teil der Straße mit Tinte fuhr CAGE mit einem A Ford Modell durch die Tinte und über das Papier. Bewusst wird ein Auto ausgewählt, das dem Bild seinen Stempel aufdrückt. Wir leben in einer Epoche in der die Technisierung weite Teile unseres Lebens bestimmt. So erscheint es zeitgemäß nicht selbst den Pinsel zu führen, sondern den Farbaufdruck durch eine Maschine, die unsere Leben zunehmend prägt -dem Auto - ausführen zu lassen. Das Motiv "Autoreifendruck" soll der zentralen Bedeutung des Autos für unser Gegenwartsleben mit allen positiven und negativen Erscheinungen Rechnung tragen. Wer durch unsere Welt geht, wird sehen, dass an die Häuser der Menschen keine Hasenställe, sondern Garagen gebaut sind. 1000 Meter - ein neuer kunsthistorischer Meilenstein Folgt man dem leistungsorientierten Gedanken unserer Zeit, so muß man WERNER Recht geben, wenn er behauptet, daß RAUSCHENBERGS Autoreifendruck bald nur noch kunsthistorische Bedeutung besitzt. Einen direkten Vergleich der beiden Arbeiten kann RAUSCHENBERG kaum bestehen. Seine Monotypie ist hierfür zu kurz. Passend wurde die Bildlänge auf 1000 Meter begrenzt. Jeder Meter steht symbolhaft für ein Jahr im neuen Jahrtausend. Das Bild erlaubt uns einen Einblick in die zeitliche Dimension des neuen Jahrtausends. Erleben werden wir nur einen Bruchteil von diesem. Die kurze Strecke unseres Lebens wird sichtbar. Die Endlichkeit lässt mehr nicht zu. Diese Erkenntnis mahnt jeden, seine Zeit zu nutzen. Jeder Bürger soll die Möglichkeit erhalten ein Stück von dem Autoreifendruck käuflich zu erwerben. Ein
20 cm Streifen kostet nur 1 Euro. Ein 1 Meter langes, signiertes Bild kostet
50 Euro. Der Umsatz wird einem gemeinnützigen Zweck zur Verfügung gestellt. Hierbei sollen Menschen begünstigt werden, die nicht Willens oder in der Lage sind ins Extrem zu gehen und deshalb in unserer Gesellschaft allzuleicht an den Rand gedrängt werden. Durch eine maschinell aufgetragene Nummerierung ( Digitaldruck ) am Rand der Aluminiumfolie wird jedes Bild zum Unikat. Die Besitzer dürfen auf eine deutliche Preissteigerung hoffen. Das Zerschneiden der Folie betont den Aspekt der Vergänglichkeit. Der Anblick der komplett bedruckten 1000 Meter langen Silberfolie wird nur den anwesenden Besuchern der Kunstaktion möglich sein. Durch das Zerschneiden und den Verkauf kleiner Einzelteile wird das Kunstwerk als Ganzes vernichtet. Nur in der Erinnerung und auf Bildträgern kann der Gesamteindruck gespeichert werden. Es wäre nicht das erste Mal, daß WERNER einen namhaften Künstler überbieten würde. Auch Andy WARHOL wurde von WERNER übertroffen. Zu WARHOLS berühmtesten Werken gehören die Siebdrucke der CAMPBELLS Suppendosen in verschiedenen Farben, Größen und Stückzahlen. WERNER fertigte ein Bild mit 240 Suppendosen an und überbot damit WARHOLS Bestmarke deutlich um 40 Dosen. Joseph BEUYS plazierte 1985 insgesamt 19 Orangen in eine Kiste für sein Werk "ICH GLAUBE". WERNER plazierte 1992 insgesamt 23 Orangen in eine Kiste für sein Werk "ICH GLAUBE MEHR". Sogar der König der Trivialkunst, Jeff KOONS, mußte sich geschlagen geben. WERNER plazierte 1992 vier Basketbälle in einen mit Wasser gefüllten Tank und übertraf somit KOONS Bestmarke um einen Ball. Mit KOONS Selbsteinschätzung läßt es sich kaum vereinbaren, nur Zweiter zu sein. KOONS äußerte sich in den Neunzigerjahren: "Meine Kunst gehört zu dem Besten, was augenblicklich gemacht wird. Die Kunstwelt wird gut 10 Jahre brauchen, um das zu erkennen. In diesem Jahrhundert gab es PICASSO und DUCHAMP. Ich katapultiere uns aus dem 20. Jahrhundert." (aus MUTHESIUS A.: Jeff KOONS. Köln 1992, Taschen, S. 153) Ärgerlich für Jeff, denn er wurde von Werner noch im 20. Jahrhundert übertroffen. Öffentliche Beachtung fand in den Neunziger Jahren die Forderung von WERNER den Reichstag in Berlin - besser als CHRISTO - mit Beton zu verschalen. "Die außergewöhnliche Bedeutung des Reichstages für die Geschichte der deutschen Demokratie verlangt nach einer stabilen Verpackung. CHRISTOS schlichtes Stoffkleid war jedoch nicht einmal geringen Belastungen gewachsen. So bildeten sich bereits bei niedrigen Windstärken unansehnliche Beulen auf den Stoffbahnen. Beton ist besser als Beulen. CHRISTOS blauen Schnüre schienen die gestückelten Stoffstreifen nur mühevoll zusammenhalten zu können. Der synthetische Stoff konnte außerdem keine ausreichende Schutzfunktion für das Gebäude übernehmen." Beton ist ein zeittypischer und bewährter Baustoff und einem instabilen Verhüllungsmaterial vorzuziehen. Betonwände garantieren ein zeitgemäßes Design und schirmen den Reichstag strahlungssicher ab. " Nur eine Betonverschalung kann nach WERNERS Meinung der Bedeutung des Gebäudes gerecht werden: "Der Reichstag wird durch Beton zuverlässig von in Luft und Regenwasser gelösten aggressiven Umweltgiftstoffen geschützt." Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung findet den Weg und den Zugang zur zeitgenössischen Kunst. Einen Teil der Schuld an diesem Zustand tragen sicherlich auch zeitgenössische Künstler und der Kunstbetrieb. Es gilt die Menschen nicht alleine zu lassen mit den Bildern, sondern Ihnen im Alltag entgegenzukommen. Auch der Gang aus den elitären Galerien heraus, hinein in die menschenüberfluteten Straßen kann Brücken schlagen, Dialoge beginnen und die unerfreuliche Isolation der Kunst abbauen.
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Informationen zu Michael WERNER: www.haring-getoppt.de/maximaus Die bemalte Skaterbahn www.aktion-friedenselche.de mit vielen Elchen beim FESTIVAL MITTE EUROPA www.haring-getoppt.de Michael Werner toppt Keith Haring 1000 Meter Autoreifendruck in Regensburgwww.picasso-geklont.de Michael Werner in einem Tunnel voller Stiere www.warhol-besiegt.de Michael Werner und 1001 Colaflaschen 10000 Schirme für Europawww.more-umbrellas.de/2005_das_nistkastenprojekt.htm Michael Werner mit 500 Nistkästen in Belgien - Werkschau
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